Eine Diskussion in einem Forum brachte mich dazu, diese Zeilen hier zu verfassen. Ursprünglich fand sich dies auf einer anderen Webseite wieder.

Liebe Michaela H., vielleicht würde es dir helfen mal die Sicht deines veganen Familienangehörigen einzunehmen. Stell dir vor, du isst keine Hunde und Katzen, weil du das verabscheust und alle um dich herum futtern das, ziehen dich damit auf, halten dir ständig so ein Stück Hundebeinchen kross angebraten unter die Nase, essen so ein schönes Katzenfilet mit Pommes, oder ne besondere Köstlichkeit „Siamkatzensalami“. Hmmm. Wie würdest du reagieren? Das ist für dich wahrscheinlich genauso abstoßend, wie für einen Veganer der den ganzen Tag von seiner Umwelt mit Schweine- und Rindfleisch belagert wird.

Das wir hier Schweine und Rind, aber keine Katzen und Hunde essen ist kulturell bedingt.
Katzen- und Hundefleich zu essen ist in Deutschland erst seit 2010, in Österreich seit 2004 gesetzlich verboten, in der Schweiz ist der Handel verboten aber der Verzehr erlaubt. www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/__22.html

Hindus lieben Kühe, Moslems essen keine Schweine, aber was sie essen wird geschächtet – ausgeblutet. Asiaten hauen alles in den Topf was bei 3 nicht auf dem Baum ist. In Mexiko, Chile und Peru stehen Mehrschweinchen auf dem Speiseplan. Christen essen Freitags Fisch, Juden essen koscher. Koscher heißt, Tiere die zweigespaltene Hufe haben und Wiederkäuer sind (Rinder, Schafe, Ziegen, Damwild), oder im Wasser lebenden Tieren, die Flossen und Schuppen haben.

Die ersten Ur-Christen waren Vegetarier, so die Wissenschaft und Theologie heute. Erste Anzeichen dieses Abzuschaffen kamen schon während der Synode von Ancyra im Jahr 314. Hier wurde von der Kirche schon festgelegt, dass ein Priester der kein Fleisch isst aus dem Amt zu entfernen sei. Hardcore wurde es bei der 1. Synode von Braga in Portugal im Jahr 561, in der Papst Johannes III 17 Bannenflüche formulierte. Der 14. befasst sich mit dem Fleischkonsum: „Si quis inmundos putant cibos carnium quam deus in usu hominum dedit, et non propter afflictionem corporis sui sed quasi inmunditiam putaverit, ita abstineat ab eis ut nec olera cocta cum carnibus [r] pregustet, et sicut Manicheus et Priscillianus dixerunt. Anathema sit.“
Übersetzt heißt das soviel wie: „Wer die Fleischspeisen, die Gott zum Gebrauch der Menschen verliehen hat, für unrein hält und … sich ihrer so enthält, dass er nicht einmal von Gemüse, das mit Fleisch gekocht wurde, kostet, … der sei mit dem Anathema belegt“ Anthema bedeutet so viel wie Verdammnis. benedictus.mgh.de/quelle…
Dieses hat bis heute noch Gültigkeit in der Kirche. Als, Vegetarismus und Veganismus gehen nicht zusammen mit christlichen Werten.

Im Mittelalter ging das Ganze dann soweit, dass Vegetarier, Veganer verfolgt wurden wie Hexen und auf dem Scheiterhaufen landeten.

Übrigens ist inzwischen bewiesen, dass Schweine sich ihres Ich’s bewusst sind. Ein Schwein erkennt sich im Spiegel. Von der Intelligenz und der Riechfähigkeit steht es dem Hund in nichts nach. In Massentierhaltungen werden Schweine aggressiv, da sie einerseits unterfordert sind und es andererseits ein undign für Schweine ist dort zu schlafen wo sie hin urinieren. Schweine trennen in freier Wildbahn oder in Freilandhaltung strikt Schlaf- und Sanitärbereich.

Das Ganze soll euch jetzt nur eine Anregung geben, um über euren eigenen Fleischkonsum mal etwas nachzudenken. Was esst ihr und vor allem warum esst ihr das? Ist es nicht viel mehr Erziehung und Gewohnheit warum ihr Fleisch esst? Warum ihr ein Schweineschnitzel esst und kein Hundeschnitzel? Kann es sein dass ihr vielleicht noch nie drüber nachgedacht habt, was ihr überhaupt esst?

Mal unabhängig von dem wachsenden Fleischkonsum weltweit, der unseren Planeten arg zu schaffen macht, zwei Milliardenvölker Indien und China wollen es und gleich tun und immer und zu jeder Zeit Fleisch auf den Teller, weil das sehr westlich ist – Wohlstand nennt man das.

Auch die etischen Fragen mal außen vor geschoben. Welches Tier hat welches Recht? Welches Tier darf ins Bett, und welches wird ohne je das Sonnenlicht gesehen zu haben vom Zuchtstall in das Schlachthaus transportiert. Ein Schwein ist schlachtreif nach ca. 8-10 Monaten. Hochgepumpt mit Genfood und anderen Abartigkeiten. Ein normales Schwein kann bei guter Haltung 20-25 Jahre alt werden. Das heißt, in Menschenalter umgerechnet schlachten wir Kleinkinder. Unartgerechte Massentierhaltung.

Ein Hundeschänder behandelt wie ein Schwerverbrecher, während die Leute die auf ihn einprügeln sich das Billigschnitzel aus dem Supermarkt holen. Laut Studien landet jedes dritte Schwein im Mülleimer, da es im Supermarkt in der Kühltheke nicht gekauft wurde und das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Alles nur, weil wir unsere Kühltheken immer und überall voll sehen wollen. Auch wenn wir es nicht kaufen.

Die Gedanken gibt euch ein Vegetarier mit, der seit 24 Jahren diese „inzwischen“ verinnerlichte Lebenseinstellung vertritt. Ich hab von Jahr zu Jahr immer mehr den Hang zum Veganismus. Und ich sage nicht, dass wenn es um mein nacktes Überleben gehen würde, würde ich nicht jagen und ein Tier essen um irgendwie durchzukommen. Doch die Frage stellt sich gerade hier im Westen und in der heutigen Zeit nicht. Somit lebe ich dass, was ich für mich durch gedacht und entschieden habe. Und für mich persönlich ist das kein Trend, sondern eine bewusste Entscheidung zu leben.

Wie gesagt, kein erhobener Zeigefinger sondern ein kleiner Denkanstoß. Warum esse ich was? Und wem schadet das was ich tue? Und ist es mir egal, kann ich das vor mir selbst verantworten. Die Veganer und die meisten „eingefleischten“ Vegetarier wissen schon warum sie so leben. Danke fürs lesen 😉

Zum Weltvegantag heute
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